Neben den 13 aktuellen Disziplinen des Bahnradsports, die wir hier ausführlich vorstellen wollen, sind insbesondere die Steherrennen und das Tandem als historische Wettbewerbe von Bedeutung. Zwar gibt es nach wie vor im Regelwerk des Radsportweltverbandes UCI Bestimmungen für die Steher und das Tandem, doch werden beide Disziplinen schon seit einigen Jahren bei grossen Veranstaltungen - Olympischen Spielen, Weltmeisterschaften und Weltcups - nicht mehr ausgetragen. Für die Steher gibt es noch eine Europameisterschaft und ihre Rennen sind bei vielen Sportfesten eine ansprechende Attraktion.
Die aktuellen Disziplinen des Bahnradsports werden häufig in Kurzzeit-Disziplinen und Ausdauer-Disziplinen unterteilt. Der neue Vielseitigkeitswettbewerb (Omnium) wäre dann eher dem Ausdauer-Bereich zuzuordnen.
Wir haben hier eine Aufteilung entsprechend der Bedeutung der Disziplin, gemessen an den grossen Events, gewählt:
Sprint (Individual Sprint)
Der Sprint ist die Königsdisziplin des Bahnradsports. Er
wurde schon im vorletzten Jahrhundert, damals häufig
unter dem Namen
Fliegerrennen, ausgetragen.
Keirin
Der japanische Kampfsprint steht erst recht kurz auf dem
Wettkampfprogramm. Durch die meist bis zum letzten Augenblick
spannenden Rennen, spricht er gerade auch viele (Fernseh-)
Zuschauer an.
Team
Sprint (Mannschaftssprint)
Bei diesem, ganz besonders auch in Deutschland beliebten Wettbewerb
steht Geschwindigkeit und Spannung im Vordergrund. Nach 3 (bei den
Männern) bzw. 2 (bei den Frauen) Runden kann gejubelt werden.
Team Pursuit (Mannschaftsverfolgung)
Die Mannschaftsverfolgung mit vier sich ablösenden Fahrern - ab
2013 auch mit 4 Fahrerinnen - ist ein klassischer
Ausdauerwettbewerb. Sie hat lange Tradition und war schon oft der
Startpunkt für grosse Radsportkarrieren.
Omnium (Vielseitigkeit)
Zwei Kurzzeit- und vier Ausdauer-Disziplinen werden beim
Omnium an zwei Wettkampftagen durchgeführt. Der recht neue
Vielseitigkeitswettbewerb hat schon einige Anhänger gewonnen.
Time Trial (Einzelzeitfahren)
Das 1000 Meter (bzw. bei den Frauen 500 Meter) Einzelzeitfahren gilt
heute als etwas langweilig. Trotzdem ist eine gute Zeit über den
Kilometer für jeden Sprinter einfach eine wichtige Referenz.
Points Race (Punktefahren)
Runden gewinnen und/oder Punkte sammeln erfordert Ausdauer und
Sprintfähigkeit. Und kaum bei einer anderen Disziplin spielt
die Taktik eine so grosse Rolle. Für die Zuschauer ist der
Wettbewerb einfach interessant.
Scratch Race (Malfahren)
Eine an sich einfache Sache. Wer zuerst im Ziel ist hat gewonnen.
Ausdauerfähigkeiten reichen aber nicht. Eine gute Renntaktik ist
wichtig.
Individual Pursuit (Einerverfolgung)
Die Einerverfolgung ist die klassische Ausdauerdisziplin im
Bahnradsport. Gute Erfolge in dieser Disziplin waren schon oft der
Grundstein für eine grosse Karriere auf der Strasse.
Madison (Zweier-Mannschaftsfahren)
Die einzige der 13 hier vorgestellten Disziplinen, die allein den
Männern vorbehalten ist. Warum eigentlich? Spannend verlaufen die
Wettbewerbe allemal, sonst wären sie auch die Hauptattraktion
bei fast allen Sechstagerennen.
Elimination Race (Ausscheidungsfahren)
Das oft recht spannende Ausscheidungsrennen wird als dritter
Wettbewerb an Ende des ersten Omnium-Wettkampftages veranstaltet.
Dass das Hinterrad zählt ist sicher etwas gewöhnungsbedürftig.
Fliegende Runde (Flying
Lap)
Die Fliegende Runde eröffnet den Omnium-Wettbewerb. Sie findet zu
unrecht oft noch am frühen Morgen unter Ausschluss der grossen
Öffentlichkeit statt.
200m Einzelzeitfahren (200m
Time Trial)
Das kurze Einzelzeitfahren, eigentlich ein Sprint über 200 Meter mit
fliegendem Start, ist die Qualifikation für die Königsdisziplin, den
Sprint. Die Paarungen im weiteren Verlauf des Wettbewerbs werden
damit bestimmt.
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